Alternativtexte sind die meistgenannte Anforderung in der digitalen Barrierefreiheit – und gleichzeitig eine der am häufigsten falsch umgesetzten. "Bild", "image123.jpg" oder ein langer SEO-Keyword-Text helfen niemandem. Aber auch zu ausführlich ist falsch.
Ein guter Alt-Text beschreibt den Informationsgehalt eines Bildes – nicht seine technischen Eigenschaften. Klingt einfach. Ist es meistens auch.
Das Alt-Attribut wird von Screenreadern vorgelesen, wenn Bilder nicht sichtbar sind. Das passiert bei Nutzenden mit Sehbehinderungen, aber auch wenn Bilder nicht laden, wenn jemand das Laden von Bildern deaktiviert hat – etwa um Datenvolumen zu sparen – oder wenn ein Bild in einer E-Mail landet und der Mailclient Bilder blockiert.
Nebenbei helfen Alt-Texte Suchmaschinen, Bilder zu indexieren. Aber der primäre Zweck ist und bleibt der Mensch – nicht der Algorithmus.
Bilder, die Informationen vermitteln, die sonst nirgends im Text stehen. Der Alt-Text muss diese Information transportieren – vollständig und ohne Redundanz.
Bilder, die nur visuell wirken und keinen eigenen Informationsgehalt haben. Alt-Attribut bewusst leer lassen: alt="" – damit überspringt der Screenreader das Bild.
Bilder, die als Links oder Schaltflächen fungieren. Der Alt-Text beschreibt die Funktion, nicht das Bild selbst: "Zur Startseite" statt "Firmenlogo".
Diagramme, Grafiken, Infografiken. Der Alt-Text enthält eine kurze Beschreibung. Eine ausführliche Erklärung folgt im Fließtext darunter oder als verlinktes Dokument.
"Bild von…" oder "Foto zeigt…" als Einleitung. Screenreader kündigen bereits an, dass es sich um ein Bild handelt. Diese Einleitung ist redundant.
Dateinamen wie "DSC_0042.jpg". Sie sagen nichts über den Inhalt aus und klingen wie technisches Rauschen.
SEO-Keyword-Listen. Alternativtexte sollen beschreiben, nicht ranken. Zu lange, keywordreiche Texte verschlechtern die Nutzbarkeit.